San Gil 18.12. - 25.12.2017

Samstag, 13.01.2018
Nach einem kurzem Zwischenstop in Bucarmanga gehts am nächsten Morgen weiter nach San Gil. Die Fahrt dorthin ist schon beeindruckend, denn die Straßen schlängeln sich durch die Berge und Canyons. 
In San Gil angekommen heißt es erstmal Hostel suchen. Also laufen wir auf blauen Dunst los und sehen uns danach um. Schon nach wenigen Blocks erreichen wir das Zentrum von San Gil, welches aus einem mit Weihnachtsschmuck dekorierten Park besteht. Pottenhässlich! Aber hier finden wir das erste Hostel, welches auch auf Grund seines Angebotes, bestehend aus inkludiertem Frühstück und Pool, unser Quatier für die nächste Woche wird. 
 

San Gil ist die Stadt des Extremsports -zumindest rühmen sich die Einwohner selbst bei jeder Gelegenheit damit- und so hat uns auch die Abenteuerlust gepackt und wir buchen direkt für den nächsten Morgen eine Rafting Tour. Diese kann man mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen durchführen aber wir wären ja nicht wir, wenn wir nicht gleich das volle Programm nehmen würden. Man darf also gespannt sein auf den kommenden Tag. Aber für Heute heißt es ersteinmal relaxen am Pool auf der Dachterasse. Dort treffen wir auf drei Deutsche, mit denen wir schnell ins Gespräch kommen. Am Abend entscheiden wir uns, gemeinsam am "Tajo" Abend teilzunehmen. Tajo ist ein typisch kolumbianisches Spiel, was so eine Mischung aus Bowling und Botcha darstellt. Ein weiteres kolumbianisches Spiel besteht aus einem Holzkasten, gefüllt mit Modder und kleinen Bleibällen. Innerhalb der Modderkiste befinden sich zwei Kissen mit Schwarzpulver, die es zu treffen gilt. Alles in allem ganz witzig aber wir bleiben lieber beim richtigen Bowlen. 

Am nächsten Morgen gehts gegen zehn Uhr in Richtung Río Suarez zum Rafting. Am Startpunkt angekommen erhalten wir von unserem Guide eine ausführliche Einweisung, was wir alles beachten sollen und was so passieren kann. Danach geht es endlich los und wir üben gemeinsam mit vier weiteren Leuten (Team Águila Grande) das rudern und wie wir uns zurück ins Boot bucksieren. Dann geht es endlich los und wir treiben ca. zwei Stunden den Rio Suarez hinab. Es geht durch Stromschellen bis Stufe fünf (Maximalstufe; Stufe sechs wäre wohl freier Fall aus fünf Metern nur mit Paddel und ohne Boot) und wir passieren diverse Hindernisse. Nach so einem Trip ist man natürlich ausgehungert und wir werden mit einem üppigen Snack bestehend aus Huhn, Kartoffeln, Yuka, verschiedenen Früchten und Bier belohnt. Danach geht es erstmal zurück ins Hostel.
Angejuckt und hunrig auf mehr Abenteuer buchen wir für den nächsten Tag direkt noch eine Höhlen-Tour in der Cuave de Vaca (Kuh-Höhle). Als wir dort ankommen, wird uns erstmal erklärt, wieso diese Höhle so heißt. Der Eingang zur Höhle muss man sich als riesiges Loch im Boden vorstellen, welches umgeben von Gräsern und Büschen ist. Als damals noch Kühe auf dieser Weide waren, sind diese regelmäßig in die Höhle gefallen. Dumm gelaufen und ne Touriatraktion draus gemacht. Auf unserer ca. drei Stündigen Tour in der Höhle, erwarten uns kaltes, hüfthohes Wasser, schmale Felsspalten, durch die wir uns hindurchrobben müssen und spannende Gesteinsformationen, die wir bewundern können. Am Ende bekommen wir die Information, dass man noch gar nicht weiß, wo die Höhle überhaupt anfängt (wir sind ja durch den Ausgang rein). Es waren wohl schon 16-stündige Exkursionen unterwegs, aber ohne Erfolg.
 

Nach dem Höhlentrip geht es noch in Richtung Curiti, einem kleinen Örtchen mit wenig Tourismus. 
Dort stärken wir uns erstmal und erfrischen uns mit einem Eiskaffee, der Eriks Welt verändert. Erik möchte nun nur noch Eiskaffee haben! 
Kirche in Curiti

Gegen späten Nachmittag gehts wieder Richtung San Gil und wir lassen den Abend bei ein paar gemütlichen Bieren mit zwei Amies ausklingen, denn am nächsten Tag erwartet uns wieder Aktion.
Früh um neun werden wir von unserem Guide abgeholt, der mit uns eine Canyoning Tour durchleiden wird. Wir fahren ein Stück aus der Stadt raus und erreichen unseren Startpunkt. Schnell noch die Kletterausrüstung angezogen und los gehts. Der erste Abschnitt führt uns zu einer Felsformation, an der wir nicht weiter gehen können. Unter uns befindet sich tiefes Wasser und auf los heißt es drei Meter runter springen. 
Erfrischt geht es weiter durch dichtes Gestrüp und große Felsen über die wir klettern. Am nächsten Stop angekommen heißt es acht Meter am Steilen Hang abseilen. Doch acht Meter sind natürlich nicht Adrenalin genug und so führt unser Weg uns zu einer 20 m Hohen Felskante an der wir uns nun neben einem Wasserfall abseilen müssen. Da wird einem auf jedenfall schon mal mulmig wenn man runter schaut. Aber auch dieses Hinderniss lassen wir gekonnt hinter uns. An unserem letzten Stop angekommen heißt es Arschbacken zusammen kneifen. Denn vor uns ist eine große Felsspalte und es geht acht Meter in die Tiefe. Abseilen? Kein Problem! Aber nein, unser Guide erklärt uns, dass wir hier in das Wasser springen müssen. Aber bloß nicht bremsen beim anlaufen, weil sonst könnten die hervorstehenden Felsen im Weg sein. Nach einigen Zögern gehts mit lautem gekreische die acht Meter abwärts in das angenehm kühle Wasser. GESCHAFFT! Nach kurzem anklingen lassen von dem Adrenalin gehts nochmal hoch und wir springen erneut. Anschließend spazieren wir weiter in Richtung Ende unserer Tour. 
Nach diesen drei Aktionreichen Tagen gönnen wir uns die nächsten drei Tage etwas Pause. Den ersten Tag fahren wir ins 30 Minuten entfernte Barrichara - ein Kolonialdorf, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Hier sitzen alte Opis auf der Straße, trinken Tinto (Kaffee) und haben von Klimawandel, Trump und all dem Mist wahrscheinlich noch nie etwas gehört. Doch wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Es geht an den Rand der Stadt, wo der Camino Royal (der königliche Pfad), beginnt. Hierbei handelt es sich um einen Wanderweg den Berg hinunter und über Felder. 
 
#deeplymotivated
 
Vorbei an Kühen und Eidechsen erreichen wir gute zwei Stunden später das noch kleinere Dorf Guane (2000 Einwohner). Also hier ist ja wirklich gar nichts! Völlig tot der Laden hier. Also mit dem Kleinbus zurück nach Barrichara, Mittag essen und Eiskaffee schlürfen. Der Nachmittag wird dann am Hosteleigenen Pool verbracht.
Weihnachten: So gar nicht im Weihnachtsfeeling trotz der allgegenwertigen Beleuchtung gehen wir in den San Giler Stadtpark und gucken uns die hiesige Botanik an. Spannend. Mehr als eine Stunde hält es uns hier nicht und so verbringen wir Weihnachten mit dem aus Guane mitgebrachten Eierlikör am Pool. Am Abend des 25.12.17 verlassen wir San Gil in Richtung Medellin.